Poker Spieler Typen – The Calling Station
Zuerst soll geklärt werden, was es überhaupt bedeutet, eine Calling Station zu sein oder eine solche bei sich am Tisch sitzen zu haben. Die Calling Stations werden in der Pokerszene auch gerne “Fisch” genannt. Demgegenüber stehen die Stone Killer, welche in der gleichen Szene als “Haie” bezeichnet werden. Es dürfte jedem klar sein, daß Fische von Haien gefreßen werden. Diese Symbolik entspricht dem Spielverhalten an den Pokertischen. Die Calling Stations callen viel zu häufig und raisen viel zu selten. Sie sind sozusagen der Grund, weshalb Profispieler von Poker leben können. Es gibt keine andere Spielervariante, bei der es genauso leicht wäre, einen Vorteil für sich herauszuschlagen, als die der Calling Station. Beim Poker verdient man Geld, indem man die Fehler der anderen Spieler ausnutzt. Der Spielstil der Calling Station ist ein einziger, großer Fehler. Es ist ein Irrglaube, daß man als Calling Station über einen längeren Zeitraum gewinnen könnte. Im Gegenteil, als Calling Station ist man Geldgeber für die guten Spieler, welche diesen Spielstil für sich zu nutzen wißen.
Die Calling Station möchte den Flop unbedingt sehen und wenn es möglich ist, so günstig wie möglich. Das ist insoweit nachvollziehbar, da die Calling Station genauso wie der Maniac darum bemüht ist, im Spiel zu bleiben, egal mit welcher Hand. Der einzige Unterschied ist hier die Aggreßivität des Maniac. Fällt im Pre-Flop bereits ein Raise kann man davon ausgehen, daß die Calling Station mit im Spiel bleibt und ihren Call liefert. Der tiefere Sinn bei dieser Spielweise der Calling Station ist der Glaube, man könne aus beinahe jeder Starthand noch eine gute Hand basteln. Taktische und wichtige Begrifflichkeiten wie Pot-Odds oder Outs sind für die Calling Station nicht von Belang. Aus diesem Grund macht es für gute Spieler keinen Sinn, einen Bluff zu starten solange eine Calling Station noch mit im Spiel ist. Wie bereits erwähnt, intereßiert sich die Calling Station nicht für Outs und deshalb wird er fast immer mit im Spiel bleiben, egal wie seine Hand außieht und ob damit eine reelle Gewinnchance möglich ist. Das Einzige, was die Calling Station beim Spiel sieht, ist die Chance auf z. B. einen Straight und daß zum diesem Straight nur noch eine einzige Karte fehlt. Für diese eine fehlende Karte wird dann bis zum River gecalled. Hält eine Calling Station z. B. eine Neun/Vier Hand und kommt im Flop dann z. B. Zwei/Vier/König, fällt es der Calling Station noch schwerer, aus dieser Runde auszusteigen, denn er called weiter. Es besteht ja die Möglichkeit, eine 3. Vier für ein Set zu erhalten oder aber ein zweites Paar zu treffen. Die Frage, die sich zwangsläufig stellt ist: Wie spielt man gegen eine Calling Station?
Gespielt werden muß auf jeden Fall gegen die Calling Station. Sie bieten eine gute Gelegenheit, den eigenen Bankroll aufzufüllen. Zuerst muß man sich im Klaren darüber sein, daß man auf diesen Gegner keine Handrange setzen kann und die Calling Station den Flop jederzeit treffen kann. Trifft er im Flop, wird er seine Hand auf jeden Fall bis zum River durchspielen. Deshalb ist es sinnvoll, gegen die Calling Station nur starke Hände zu spielen, während man weiterführende Wetten bei verfehltem Flop vermeiden soll. Die Calling Station möchte ja die nächste Karte sehen, und das so günstig wie möglich. Bei einem Treffer zum Set also auf jeden Fall Druck machen. Hat die Calling Station den Flop getroffen, callt dieser sowieso. Der auffälligste Vorteil, den man gegen eine Calling Station hat, ist die Tatsache, daß die Calling Station in der Regel nur callen wird und sehr selten raised oder gar re-raised. Sollte dieser Spieler dann doch einmal eine große Wette platzieren oder raisen bzw. re-raisen ist allerhöchste Vorsicht geboten. Dies ist bei einer Calling Station meist nur dann der Fall, wenn eine Premiumhand geboten ist und deshalb ist es nicht sehr sinnvoll, in diese aggreßive Runde mit einzusteigen. Im Großen und Ganzen sind Calling Stations kein großes Problem für gute Poker-Spieler, weil den Calling Stations jegliche mathematische Grundüberlegung fehlt. Auf diese Art und Weise läßt sich langfristig kein Gewinn erzielen. Die gängigsten Tipps, wie man mit einer Calling Station am eigenen Table umgeht, folgen jetzt. Im kraßen Gegensatz zum Maniac sollte man keine Gelegenheit auslaßen, gegen eine Calling Station zu spielen, sie sind der Geldlieferant der Pokerszene. Calling Stations halten sich selten an irgendwelche sinnvollen Strategien und callen fast immer, also sind Bluffs gegen sie tabu. Eine erneute Wette gegen Calling Stations zu platzieren macht keinen Sinn, dies wird die Calling Station nicht davon abhalten, zu folden, genauso wenig wie ein “All in”. Stealversuche sind also keine Option gegen sie. Man sollte Slowplay gegen Calling Stations tunlichst vermeiden. Gemachte Hände, welche noch abgefangen werden können, sollte man stark verteidigen. Berücksichtigt man diese Tipps und Hinweise, können die Calling Stations zum besten Freund des guten Pokerspielers werden, denn der eigene Chipstack wird durch sie kontinuierlich größer werden.



















